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Das äthiopische Gesundheitswesen

Die hauptsächlichen Gesundheitsprobleme in Äthiopien sind Malaria, Masern, Tuberkulose, Augenkrankheiten wie Trachom, Durchfallerkrankungen, Infekte der oberen und unteren Luftwege, Hauterkrankungen und HIV/Aids-Infektionen.

Die medizinische Versorgung der Bevölkerung auf dem Land ist extrem schlecht, in Addis Abeba und den größeren Städten besser, da es hier Krankenhäuser gibt. Auf dem Land gibt es die sog. "Health Care Centers" die etwa den deutschen Sozialstationen entsprechen. Hier gibt es ausgebildete "Health workers", also "Gesundheitsarbeiter", die die ambulante Versorgung regeln. Ihnen steht auch ein Generator betriebener Kühlschrank zur Aufbewahrung der Impfstoffe und Medikamente zur Verfügung. Die Health workers impfen, geben Verhütungsmittel aus, beraten und behandeln einfache Krankheiten wie Augen- und Hauterkrankungen und Durchfall. Gegebenenfalls weisen sie Patienten in ein erreichbares Krankenhaus ein, wo sie einem Arzt vorgestellt werden.

Einfaches Krankentransportmittel (Trage)
Auch das Krankentransportwesen auf
dem Land ist stark unterentwickelt

Alle Leistungen müssen selbst bezahlt werden, es sei denn, eine nichtstaatliche Hilfsorganisation (NGO) bietet die Behandlung kostenfrei an. Solche Krankenhäuser werden dann von ihren Trägern finanziert und leben oft von Spenden.

Krankenversicherungen gibt es nur für Regierungsbeamte und Lehrer, die einfache Bevölkerung hat keine Krankenversicherung.

Schwester Martha GeletEs gibt Impfprogramme der Regierung bei staatlichen Stellen, hier werden die Grundimpfungen bis zum 5. Lebensjahr angeboten, danach nicht mehr. Ausnahmen sind Sonderprogramme der WHO, wie zum Beispiel die Impfung gegen Polio, zuletzt im Jahr 2000.

Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei knapp 49 Jahren, die Geburtenrate bei 5,33 Kindern pro Frau.

Die CES beschäftigt eine Krankenschwester. Schwester Martha Gelet (links im Bild) betreut die 1014 Kinder des Projekts sowie 4000 Kinder der Kindernothilfe. Regelmäßig fährt sie in die Gemeinden, lässt sich kranke Kinder vorstellen und entscheidet über die weitere Behandlung oder Zuweisung zu einem Arzt oder Einweisung in eine Klinik. Impfen darf sie nicht, weil sie keine feste Praxis hat.

Die HIV/Aids Situation in Äthiopien

Plakat zur WHO-Initiative Safe Motherhood. Pregnancy is special - Let's make it safeDie EECMY unterhält seit 1994 sechs Counselling and Social Service Centers für Aids-Opfer in Äthiopien. Davon sind vier bei der CES angesiedelt, genannt "Yehiwot Tesfa" oder "Hope of Life", Hoffnung auf Leben. Das Geld für die Einrichtungen kommt von der Weltbank über die Regierung.

Die Infektionsrate mit HIV/AIDS wird für Addis mit 17% angegeben, für die ländlichen Gegenden mit 7-8%. Betroffen sind meist Frauen, bedingt durch ihre soziokulturelle und sexuelle Situation und ihre Abhängigkeit vom Mann. 2002 wurden 2,1 Millionen HIV-positive Menschen in Äthiopien geschätzt. - Die hier vorgelegten Zahlen vom November 2004 stammen von der EECMY.

In den letzten 3-4 Jahren hat sich die Beratungs-Situation gebessert, die Regierung lässt viel mehr HIV-Teste zu als vorher, Aufklärung zum Thema wird nicht mehr unterdrückt oder tabuisiert.

Im Einzelnen bietet die EECMY /Aids Center, folgende Maßnahmen an:

  1. Primärprävention, Aufklärung und Schulung, in Schulen und Gemeinden als Anti-Aids-Clubs. Zielgruppe: Menschen bis zu 25 Jahren.
  2. Betreuung von HIV-Positiven und von Aids-Patienten als Home base Care. Dieser ambulante Dienst leitet Familien von Patienten bei der Pflege an und übernimmt Behandlung und Betreuung bis zum Lebensende.
  3. Neu ist das Mother to child Treatment, eine Behandlung der häufig schon im Mutterleib infizierten Kinder HIV-positiver Mütter.
  4. HIV-Testungen werden jetzt von vielen Stellen erlaubt, auch von NGO's oder der MYC. Ein Test kostet z. Zt. 10 Birr, das entspricht einem Euro.
  5. Die Behandlung mit anti-retroviralen Medikamenten ist möglich. Die Medikamente kosten bei unkompliziertem Verlauf 195 Birr /Monat und wenn sich Resistenzen entwickeln, ca. 500 Birr /Monat. Solche Summen sind unbezahlbar für einen äthiopischen Aids-Kranken.
  6. Für 1 Million Aids-Waisen gibt es:
    • SOS- Kinderdörfer;
    • Mutter-Theresia-Dörfer;
    • Betreuung in der eigenen Familie. Häufig müssen Großmütter viele Enkel ernähren und großziehen. Bei deren Tod ist die Versorgung der Kinder ungeklärt. Oft werden 12- bis 14-Jährige so zum Familienoberhaupt. Da bleibt keine Zeit für Schule und Bildung.

Erkenntnisse des Aids-Councelling Center:

Das Aids Councelling Center beschreibt seine Arbeit 1998 folgendermaßen:

Als Leute von Gott haben wir Liebe anzubieten und partnerschaftliche Hilfe. Da der Mensch aus Leib, Seele und Geist besteht, bieten wir auch geistliche Nahrung an: Einmal pro Woche biblische Lehre, Gebet und Workshop im Aids-Center! Wir sind offen für Menschen mit jedem religiösen Hintergrund.

Letzte Aktualisierung: 09.04.2008